Süß oder sauer, salzig oder bitter. Emotionen, die durch Design entstehen.

Ein Bild oder eine Grafik sollte im Innern eines Menschen eine Emotion erzeugen. Es gibt kein neutrales Design. Wenn so etwas erwünscht ist, dann hat der Kunde meist keine Ahnung, womit er auftreten möchte. Egal ob Infografik, Webseite, Logo, Illustration oder Foto. Meine Meinung ist: Beim Kreieren sollte man an das Gefühl denken, welches beim Betrachter ausgelöst werden soll. Dabei spielen alle Design-Elemente eine Rolle: Farbe, Form, Typografie, Layout, Strukturen, Muster und Bildsprache. Es gibt natürlich bereits Systeme, die dem Designer vieles erleichtern. Zum Beispiel habe ich vor kurzem einen interessanten Artikel zum Thema Farbsymbolik im Netzt gefunden:  http://blog.goodbarber.com/de/Farbenlehre-im-Marketing-Wie-Sie-die-beste-Farben-f%C3%BCr-Ihre-App-wahlen-konnen_a41.html

Am Ende sollte die Gesamtwirkung  aller Elemente als Einheit betrachtet werden. Und am besten auch einem Dritten den Entwurf zeigen und nach dem Gefühl fragen, dass er beim Betrachten empfindet! So kann man prüfen, ob das Erwünschte getroffen wurde. Nur sollte auch immer daran gedacht werden, dass jeder Mensch anders empfindet und denkt. Eine 100-prozentige Übereinstimmung der Meinungen ist nicht möglich.

 

Noch etwas zu Emotionen: Richard Davidson ist ein amerikanischer Wissenschaftler, der Emotionen untersuchte. Er hat in einem Experiment bewiesen, dass Emotionen im Menschen von der Natur festgelegte Eigenschaften sind und nicht erlernt werden können. Er beschreibt in seinem Buch, wie Emotionen entstehen und dass für positive und negative Gefühle bestimmte Gehirnhälften verantwortlich sind. Sehr empfehlenswert das Buch:

Richard Davidson, Sharon Begley. „Warum wir fühlen, wie wir fühlen“. Wie die Gehirnstruktur unsere Emotionen bestimmt – und wie wir darauf Einfluss nehmen können. 2012. Arkana (München). ISBN 978-3-442-33888-7

 

 

 

 

Visuellen Geschmack sollte man züchten wie eine Blume.

 

(Für Menschen, die ein Designer/Künstler werden wollen, oder sich einfach dafür interessieren.)

Mich hat folgende Aussage beeinflusst: „Unsere Gehirn ist kein Sieb, alles was wir sehen, hören oder fühlen bleibt darin stecken“.  Das sind Wörter der Neurowissenschaftlerin Tatiana Chernigovskaya.

Alles womit wir unser Gehirn füttern, hat einen Einfluss auf unsere Arbeit und das Leben.

Wir nehmen am Tag tausende von Eindrücken auf, diese hinterlassen einen Stempel im Gehirn. Es entstehen Schablonen der Erfahrung in unserem Wahrnehmen. Für alles braucht unser Verstand eine Schablone.

Zum Beispiel, wenn wir ein Kind erziehen und ihm keine Bücher vorlesen und mit dem Kind nur Dialekt sprechen, dann baut sich seine Sprache entsprechend auf. Als Folge nimmt das Kind den Dialekt als Norm auf. Wenn seine Sprache im erwachsenen Alter eine bestimmte Tiefe erreichen sollte, lesen Eltern ihm besser Märchen und Bücher sowohl aus der klassischen wie auch aus der modernen Literatur vor. Das machen Sie so viel wie möglich, damit ihr Kind möglichst viele Wörter und Wortwendungen kennen lernt.

Wer sagt, dass es bei den Visuellen anders funktioniert? Nein, genauso braucht unser visueller Geschmack „Futter“, um eine Orientierung im Optischen zu entwickeln. Nur ist hier das Sehen gefragt.

Gut, irgendjemand sagt dann: „Wir sehen ständig“. Ja, aber wie gut ist die Qualität der Eindrücke? Ich meine: Ein Künstler unterscheidet sich in seinen optischen Schablonen – seine Schablonen sind viel feiner, viel ausgearbeiteter, gefühlvoller.

Ich denke, um den visuellen Geschmack zu erziehen und das „gute Sehen“ zu trainieren, könnte man zum Beispiel die Kunstbücher dort hinlegen, wo die Pausen verbracht werden – Sofa, Raucherecke, Esstisch. Und dann, wenn nichts zu tun ist, wird nach diesen Bücher gegriffen. Im Netzt gibt es auch viel zu sehen; Unten folgt eine Auflistung ein paar schöner Design-Portale. Also, wenn Sie jeden Tag etwas aufnehmen, das von einem Künstler oder Designer gemacht wurde, dann wird der visuelle Geschmack bestimmt erblühen.

 

http://gallery.designpreis.de/

http://www.awwwards.com/awards-of-the-day/

http://page-online.de/

https://niice.co/

Polina.